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Ein Treppensturz – das muss nicht sein

Ein Treppensturz – das muss nicht sein

Jedes Jahr verletzen sich über 53 000 Personen bei einem Sturz auf der Treppe. Doch richtig konstruiert, macht der richtige Handlauf das Treppensteigen einfacher und sicherer.

Wohnen
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Richtig konstruiert und benutzt beugen Handläufe Sturzunfällen vor.
Siggy Nowak, Pixabay

von Tobias Jakob, Beratungsstelle für Unfallverhütung, dipl. Bauingenieur HTL und Berater Haus und Produkte

Im oberen Stock etwas vergessen haben, rasch etwas aus dem Keller holen, nur rutschige Socken an den Füssen, auf einer Treppenstufe liegt noch das Spielzeugauto des Sohnemanns – bisher ging das immer gut. Darauf, dass man ausrutschen, stolpern oder ins Leere treten könnte, ist man nicht gefasst. Aber Treppen gehören zu den Hotspots von Sturzunfällen. Diese schmerzhafte Erfahrung machen jedes Jahr 53'000 Personen.
Auch gibt es konstruktionsbedingte Ursachen für Stürze auf Treppen: ungeeignete Trittverhältnisse, rutschige Beläge, ungenügende Kontraste und schlechte Beleuchtung. Oder ein Geländer, das nicht dem Stand der Technik entspricht. 

Die richtige Konstruktion …

Zu einer sicher konstruierten Treppe gehören auch die richtigen Handläufe, die folgenreichen Stürzen vorbeugen. Denn die Hand am Handlauf kann einen Sturz abfangen und das Gleichgewicht beim Treppengehen unterstützen.
Idealerweise befinden sich Handläufe auf beiden Treppenseiten. Nur einseitig vorhanden, schränkt das je nach Situation ein – bei Gegenverkehr, beim Tragen einer Tasche oder bei fehlender Kraft in Arm oder Hand. Kann nur ein Handlauf montiert werden, ist dieser in Abwärtsrichtung gesehen vorzugsweise rechts angebracht. Durch das ganze Treppenhaus durchgängig ausgeführte Handläufe erlauben das Benützen, ohne den Handlauf loszulassen und wieder ergreifen zu müssen. 
Überragt der Abschluss des Handlaufs die Trittkante um eine Trittlänge, (mindestens 30 cm) kann man ihn vor der ersten Stufe ergreifen. Denn Unfälle passieren meist am Beginn oder Ende einer Treppe. Idealerweise ist der Abschluss nach unten gebeugt oder an die Wand geführt. Sonst kann man mit einem Kleidungsstück oder einer Tasche hängenbleiben.

…  der richtige Handlauf

Ein benutzerfreundlicher Handlauf lässt sich von einer Hand bequem umschliessen. Bei einem Durchmesser von 3,5 bis 4,5 cm ist das Greifen und Gleiten am besten möglich. Dazu tragen auch Halterungskonsolen bei, an denen die Finger ungehindert vorbeigleiten können.
Die Höhe von 85 bis 90 cm ermöglicht den meisten Menschen eine bequeme Benützung. Mit der Distanz von 5 cm zur Wand reibt man sich auch nicht die Fingerknöchel wund. Für den jeweiligen Einsatzort im Innen- oder Aussenbereich ist das geeignete Material auszuwählen. Es darf nicht zu rau sein, aber auch nicht zu glatt, damit er angenehm zu berühren ist. Ist der Handlauf kontrastreich zur Wand, nimmt man ihn auch wahr. 
In Gebäuden, die von Kindern genutzt werden, wie Kitas, Unterstufen- oder Tagesschulen, gehören Kinderhandläufe in einer Höhe von 65 cm angebracht. Ein Minimaldurchmesser von 3,5 cm entspricht einer Kinderhand.

Instandhaltung und Nutzung

Ein wackeliger oder defekter Handlauf erfüllt seine Funktion nicht mehr. Deshalb sind schadhafte Teile rasch zu ersetzen. Nur eine hygienisch saubere und einwandfreie Oberfläche lädt dazu ein, den Handlauf anzufassen. Deshalb sind Instandhaltung und eine regelmässige Reinigung unumgänglich. Und schliesslich: Bei jedem Treppengang gehört eine Hand an den Handlauf. Denn der beste Handlauf taugt nichts, wenn er nicht benutzt wird.
 

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