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Hotels sehen durchzogenen Sommer - Parahotellerie boomt zum Teil

Hotels sehen durchzogenen Sommer - Parahotellerie boomt zum Teil

Nach dem Einbruch im Vorjahr wegen der Pandemie steht den Schweizer Hotels ein weiterer trüber Sommer ins Haus. Die Auslastung ist tief, die Umsatzeinbussen sehr hoch.

Agentur
sda
vor 4 Monaten in
Tourismus
Auf die Campingplätze in der Schweiz dürfte es diesen Sommer wieder einen regelrechten Run geben. Die Onlinebuchungen liegen um gut 250 Prozent über Vorjahr. (Archivbild)
Auf die Campingplätze in der Schweiz dürfte es diesen Sommer wieder einen regelrechten Run geben. Die Onlinebuchungen liegen um gut 250 Prozent über Vorjahr. (Archivbild)
KEYSTONE/Ti-PRESS/ALESSANDRO CRINARI

Bei den Hotels ist die Buchungslage nicht gestiegen, nachdem Corona im Vorjahr für einen Absturz bei den Gästezahlen gesorgt hat. «Schweizweit werden die Auslastungen in den Sommerferien nicht höher sein als im Jahr 2020» erklärte der Branchenverband Hotelleriesuisse am Freitag anlässlich einer Medienkonferenz zum Ausblick auf die kommenden Monate.

Die Auslastungen für die Monate Juni bis August lägen schweizweit bei durchschnittlich 48 Prozent. Das sei in etwa auf dem Niveau des Pandemiejahres 2020. Allerdings gegenüber dem Vor-Krisenjahr 2019 sei die Belegung um rund ein Viertel tiefer. Damals seien 72 Prozent aller Hotelbetten besetzt gewesen.

Stadthotels leiden weiter massiv

Vor allem die Stadthotels leiden weiter massiv. Für den wichtigen Monat Juni sei der aktuelle durchschnittliche Auslastungsstand mit 39 Prozent im Vergleich zu 2019 dramatisch, erklärte der Branchenverband. Damals waren 81 Prozent aller Zimmer in den Stadthotels besetzt gewesen. Aber immerhin ist die Buchungslage höher als letztes Jahr (26 Prozent).

Nicht viel besser sieht es für Juli und August aus. Hier sind in den Stadthotels rund 45 Prozent der Zimmer gebucht. 2019 waren es noch drei Viertel gewesen.

Bei einer Auslastung von 48 Prozent könnten die meisten Hotels ihre Betriebskosten decken, sagte Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig. Damit dürften die meisten Häuser die Gewinnschwelle erreichen. Aber in Städten wie Genf sei die Lage schlimmer. Gerade von den Flughafenhotels seien noch viele geschlossen.

Zudem hätten die Hotels bereits herbe Umsatzverluste im Winter erlitten. Die Stadthotellerie musste im Schnitt Einbussen 1,5 Millionen Franken pro Betrieb hinnehmen. Bei den Berghotels waren es rund 560'000 Franken.

Berggebiete leiden weniger stark

Nicht ganz so stark unter die Räder kommen die Berggebiete. In den Alpen beträgt die Auslastung in den Hauptferienmonaten Juli und August rund 60 Prozent und ist damit gleich hoch wie im Vorjahr. 2019 waren es rund 70 Prozent gewesen.

Zwar würden inländische Gäste auch dieses Jahr mehrheitlich in der Schweiz Ferien machen, erklärte Hotelleriesuisse: Es sei jedoch auch damit zu rechnen, dass Schweizerinnen und Schweizer vermehrt ins Ausland reisen würden, wenn es die Situation zulasse. Zudem fehlen wichtige Gäste aus Fernmärkten nach wie vor.

Von einer Erholung sei die Beherbergungsbranche noch weit entfernt, erklärte Hotelleriesuisse. Die touristische Erholung werde wohl erst nächstes Jahr mit der Rückkehr der Gäste aus Übersee und den Geschäftsreisenden richtig Fahrt aufnehmen. 2023 dürfte die Belegung dann wieder 80 Prozent des Vor-Krisenstands erreichen, sagte Züllig.

Rekordjagd bei Campingplätzen

Ganz anders sieht die Lage in der Parahotellerie aus. Hier zeichne sich ein guter Sommer ab, erklärte die IG Parahotellerie ihrerseits. Die Campingplätze von TCS, der Ferienwohnungsanbieter Interhome und die Reka-Feriendörfer seien auf Rekordjagd.

Die Onlinebuchungen für die TCS-Campingplätze lägen um gut 250 Prozent über dem Vorjahr. Interhome habe einen Anstieg um 85 Prozent, bei den Reka-Feriendörfern betrage das Buchungsplus 30 Prozent, hiess es. Die Schweizer Jugendherbergen hätten ein Viertel mehr Reservierungen als vor einem Jahr. Auch bei BnB Switzerland seine eine steigende Tendenz bei den Buchungen für die bevorstehende Sommersaison auszumachen, hiess es, ohne dass Zahlen genannt wurden.

Beispielhaft zeigt sich das an der Lage im Engadin. Hier sind zwei Drittel der Ferienwohnungen gleich gut oder besser gebucht als vor einem Jahr, wie Jan Steiner von Engadin St. Moritz Tourismus im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP sagte. Bei den Hotels haben nur die Hälfe einen gleich hohen oder höheren Buchungstand als 2020.

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