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Empörung bei Disentiser Zweitwohnungsbesitzenden

Empörung bei Disentiser Zweitwohnungsbesitzenden

Vergangene Woche wurden die Zweitwohnungsbesitzenden der Region Sedrun-Disentis darüber informiert, dass es bei der Gästekarte vom Sommer 2021 zu gekürzten Leistungen kommt. Die Aufruhr ist gross.

Südostschweiz
vor 4 Monaten in
Tourismus
Verschiedene Zweitwohnungsbesitzende in der Region Sedrun-Disentis sprechen von einem «Schlag ins Gesicht».
ARCHIV

Feriengäste vieler Bündner Regionen kommen während ihres Aufenthaltes zu verschiedenen Vergünstigungen wie beispielsweise gratis Museumseintritte oder eine uneingeschränkte Benutzung der Bergbahnen. Auch in der Region Sedrun-Disentis gibt es eine solche Gästekarte für Hotelgäste, Ferienwohnungsmieterinnen und –mieter und Zweitwohnungsbesitzende.

Bis anhin wurden all diese Gäste gleichbehandelt. Vergangene Woche wurden die Zweitwohnungsbesitzenden von der Tourismusorganisation darüber informiert, dass die uneingeschränkte Nutzung der Bergbahnen im Sommer 2021 gestrichen wird. Die Nutzung ist noch während sieben aufeinanderfolgenden Tagen gratis.

In einer Medienmitteilung schreiben nun die Vorstände der Interessensgemeinschaft (IG) Tujetsch und der Interessensgemeinschaft Zweitwohnungseigentümer und –eigentümerinnen: «Zweitwohnungsbesitzende werden durch die Gästekarte Sedrun-Disentis diskriminiert». Die Zweitheimischen werden laut der Mitteilung als «Zweitklass-Gäste behandelt.»

«Schlag ins Gesicht»

Wie Vreni Müller-Hemmi, Präsidentin der IG Tujetsch, gegenüber dem Regionaljournal Graubünden sagt, war diese Aktion ein Schlag ins Gesicht: «Das hat die bisherige Politik, die wir betrieben und auch von der Seite der Gemeinde erfahren haben, infrage gestellt.» Man habe nicht den Anspruch, dass alles gratis sein solle, betont Hemmi. Es sollen jedoch alle gleich behandelt werden.

Simona Barmettler, Tourismusdirektorin der Region, erläutert darauf: «Diskriminierung ist das falsche Wort.» Der Tourismusorganisation würden aber die finanziellen Mittel fehlen, um alle Kosten weiterhin decken zu können. Trotzdem gibt sie zu: «Man hätte vielleicht wirklich eine bessere Lösung finden können, wenn man verstärkt zusammen kommuniziert hätte.»

Widerspruch zu kantonaler Ebene

Wie die beiden Interessensgemeinschaften in ihrer Mitteilung weiter schreiben, steht dieses Handeln im grossen Widerspruch zu den Bestrebungen auf kantonaler Ebene, die Anliegen Zweitheimischer stärker zu gewichten. Die Vorstände prüfen nun, ob eine Unterscheidung von Gästekategorien bei Gästekartenleistungen überhaupt rechtmässig ist. Sie stützen sich dabei auf das kantonale Tourismusgesetz, welches keine verschiedenen Kategorien von Gästen kennt. (nua)

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Ein Ferienhaus oder Ferienwohnung Besitzer zahlt eine sog. Steuerauscheidung beim jeweiligen Wohnort.
Die Tourismustaxe ist eine weitere Gebühr.
Für diese möchte ich einen Gegenwert. Kein „alles inbegriffen“!
Das jährliche Jahresabo für die Skipisten zur Benutzung zahle ich ebenfalls mit seperater Rechnung.

Was heisst hier Diskriminierung von Gästen? Wer eine Zweitwohnung besitzt soll nicht besser gestellt sein als ein Einheimischer, der seine gesamten Steuern in einer Gemeinde bezahlt. Die Einheimischen können keinen einzigen Tag gratis eine Brgbahn benutzen und leben immer da wo die Bergbahn ist. Ist das denn keine Diskriminierung. Woher nehmen Ferienwohnungsbesitzer die Arroganz für solche Forderungen?

Glücklicherweise denken und schreiben nicht alle Einheimischen wie Herr Walter Knutti über die Zweitwohnungsbesitzer. Denn die Benutzung von der gratis Bergbahn galt nur für die Sommersaison. Für die eigentliche Hauptsaison im Winter steht den Einheimischen, im Gegensatz zu den Zweitwohnungsbesitzern, eine preisgünstige Saisonkarte zur Verfügung. Nicht vergessen darf man den Umstand, dass das einheimische Gewerbe (Handwerker, Restaurants, Coiffeur, Sport- oder Lebensmittel-Geschäfte, etc.) von den Zweitwohnungsbesitzern profitieren kann. Sprechen wir also nicht von Diskriminierung oder Arroganz der Zweitwohnungsbesitzer. Nehmen wir die Tourismus-Verantwortlichen in Pflicht, welche solche Massnahmen unüberlegt umsetzen. Auf Grund der heutigen Wirtschaftslage wird die Mehrheit der Individuen weniger Geld zur Verfügung haben. Somit gibt es am Schluss nur Verlierer. Deshalb ist ein Miteinander statt Gegeneinander, zwischen Einheimischen und Zweitwohnungsbesitzern wünschenswert.

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