×

Die Zürcher wenden die Partie in Biel erst kurz vor Schluss

Die Zürcher wenden die Partie in Biel erst kurz vor Schluss

48 Stunden vor dem vorerst letzten Schweizer Eishockey-Cupfinal (der Cup wird abgeschafft) gelingt nur den ZSC Lions die Hauptprobe.

Agentur
sda
vor 3 Monaten in
Eishockey

Die ZSC Lions setzten sich in Biel nach einem 3:4-Rückstand bis 108 Sekunden vor Schluss noch mit 5:4 nach Verlängerung durch. Der SC Bern, am Sonntagabend im Hallenstadion Cupfinal-Gegner der Lions, führte gegen Leader Zug bis zur 37. Minute mit 2:1, unterlag den Innerschweizern aber mit 4:5.

Die grosse Figur der Runde war abermals Sven Andrighetto von den ZSC Lions. Andrighetto verlängerte seine beeindruckende Skorer-Serie. In den letzten 19 Partien gelang ihm stets mindestens ein Skorerpunkt. Beim 5:4 in Biel waren es sogar drei. Im Finish erzielte Andrighetto die letzten zwei Tore vom 3:4 zum 5:4.

In den letzten 16 Jahren - seit Randy Robitaille (ZSC Lions) in der Saison 2004/05 - gelang in der National League keinem Akteur mehr eine derartige Serie. Zum «ewigen Rekord» von Ken Yaremchuk (Zug) aus der Saison 1994/95 fehlen Andrighetto noch zehn weitere Partien mit mindestens einem Tor oder einem Assist.

Andrighetto, die Zürcher Lebensversicherung

Biel war drauf und dran, den ersten Heimsieg gegen die ZSC Lions in dieser Saison zu verbuchen. Dann legt Sven Andrighetto sein Veto ein und führt die Zürcher mit einer Doublette zum 5:4-Auswärtserfolg nach Verlängerung.

Ein erstes Mal trat der 27-jährige Zürcher, der sich auch im 19. Spiel in Folge mindestens einen Skorerpunkt gutschreiben lassen konnte, 108 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit als Torschütze auf den Plan. Der Zürcher verhinderte mit dem späten 4:4, dass Luca Hischier mit der ersten National-League-Doublette der Karriere (28./31.) auch gleich zum Matchwinner aufstieg. Nach 2:03 Minuten der Verlängerung nahm Andrighetto mit seinem zweiten Tor, zuvor hatte er auch schon einen Assist zum 2:2 durch Ryan Lasch verbucht, seinerseits die Stelle des Matchwinners ein.

Dank Andrighetto gingen die ZSC Lions als Sieger aus einem Spiel hervor, dass sie nur selten bestimmten. Dank drei Toren innerhalb von drei Minuten drehten die Gäste zum Ende des Startdrittels zwar einen 0:2-Rückstand, gerieten im Mitteldrittel durch die Doublette von Hischier allerdings wieder in Rücklage.

Luganos Revanche

Die zweite Partie zwischen Lugano und Servette innerhalb von 24 Stunden verlief komplett anders als die erste. Am Donnerstag hatte Genf in Lugano nach sieben Minuten 3:0 geführt und am Ende 6:2 gewonnen. Die Revanche sicherte sich Lugano dank eines Blitzstarts mit 7:2.

Die Tessiner führten nach sechs Minuten durch Goals von Mikkel Bödker und Jani Lajunen 2:0. Noah Rods Anschlusstreffer beantworteten die Tessiner noch im ersten Abschnitt mit dem 3:1 durch Mark Arcobello. Im zweiten Abschnitt gelang Lugano mit vier weiteren Toren zum 7:1 die frühe Siegsicherung.

Mit Luganos klarem Sieg endete in der Resega Genfs erstaunliche Auswärtsserie. Die Servettiens hatten zuvor fünf Auswärtsspiele hintereinander gewonnen und dabei mit Biel, Davos, den ZSC Lions, Lausanne und Lugano lauter potenzielle Playoff-Teams besiegt.

Ullströms Hattrick

Der HC Davos kam dank eines starken Finishs gegen Freiburg zu einem 5:2-Erfolg. Die Basis zum Davoser Sieg legten jene zwei Akteure, die der EHC Biel im Januar dem HCD vorzeitig abgegeben hat.

Der Schwede David Ullström erzielte die drei wichtigsten Tore: Das 1:1, das 2:1 und das siegsichernde 5:2. Ullström gelangen erstmals in der Schweiz drei Tore in einem Spiel. Und auch Valentin Nussbaumer, der mit Ullström zusammen nach Davos wechselte, steuerte einen Treffer bei (das 4:1).

Der HC Fribourg-Gottéron verlor nach drei Siegen de suite nicht nur das Spiel, sondern 90 Sekunden vor Schluss auch noch Philippe Furrer, einen seiner Schlüsselverteidiger. Furrer verletzte sich bei einem Zusammenstoss mit Lorenz Kienzle.

Im Finish vom 2:3 zum 5:3

Das Sechspunktespiel im Duell um einen der letzten Plätze in den Pre-Playoffs zwischen Ambri und den Rapperswil-Jona Lakers endete dramatisch. Die Lakers führten bis 233 Sekunden vor Schluss mit 3:2. Ambri setzte sich aber noch 5:3 durch.

Fast 57 Minuten lang fand Ambri erneut kein Mittel gegen die offensive Impotenz. Die Leventiner hatten die letzten fünf Partien in der Valascia alle verloren und dabei nur sechs Tore erzielt - zweimal sogar überhaupt keines.

Im Finish klappte aber plötzlich alles: Verteidiger Michael Fora glich in Überzahl mittels Slapshot zum 3:3 aus. 21 Sekunden vor der Schlusssirene gelang Johnny Kneubuehler das 4:3, unmittelbar nach einer abgelaufenen Strafe gegen die Lakers. Nur sechs Sekunden später sorgte Diego Kostner mit einem Schuss ins leere Tor für das 5:3-Schlussergebnis.

Einzig in der gewohnten Rangliste bleiben die Lakers derzeit noch vor Ambri. Im Ranking gemäss der gewonnenen Punkte pro Spiel liegt Ambri (4 Partien weniger ausgetragen) schon vorne. Die Lakers kassierten bei den letzten vier Niederlagen 27 Gegentreffer und kamen in den letzten 13 Auswärtsspielen nur noch zu einem Sieg.

Telegramme:

Ambri-Piotta - Rapperswil-Jona Lakers 5:3 (1:0, 1:3, 3:0)

0 Zuschauer. - SR Hebeisen/Salonen, Altmann/Wolf. - Tore: 10. Kostner (Ngoy, Mazzolini) 1:0. 24. Clark (Dünner, Moses/Powerplaytor) 1:1. 28. Fora (Powerplaytor) 2:1. 32. Eggenberger (Lehmann, Rowe) 2:2. 40. (39:59) Moses (Clark) 2:3. 57. Fora (Perlini, Flynn/Powerplaytor) 3:3. 60. (59:39) Kneubuehler (Perlini) 4:3. 60. (59:45) Grassi 5:3 (ins leere Tor). - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 5mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers. - PostFinance-Topskorer: Zwerger; Cervenka.

Ambri-Piotta: Östlund; Hächler, Fischer; Fohrler, Isacco Dotti; Fora, Zaccheo Dotti; Ngoy; Kneubuehler, Flynn, Perlini; Zwerger, Müller, Nättinen; Grassi, Novotny, Cajka; Trisconi, Kostner, Mazzolini; Neuenschwander.

Rapperswil-Jona Lakers: Bader; Egli, Profico; Randegger, Dufner; Vukovic, Jelovac; Sataric, Maier; Clark, Cervenka, Moses; Lehmann, Rowe, Eggenberger; Schweri, Dünner, Wick; Forrer, Wetter, Loosli.

Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Bianchi, Conz, D'Agostini, Goi, Incir, Pezzullo und Pinana (alle verletzt), Rapperswil-Jona Lakers ohne Nyffeler und Payr (beide verletzt). Rapperswil-Jona Lakers von 59:39 bis 59:45 ohne Torhüter.

Biel - ZSC Lions 4:5 (2:3, 2:0, 0:1, 0:1) n.V.

1 Zuschauer. - SR Tscherrig/Urban, Schlegel/Burgy. - Tore: 7. (6:27) Hügli (Kreis, Fuchs) 1:0. 8. (7:28) Hofer (Fuchs, Rathgeb) 2:0. 16. Sigrist (Noreau/Powerplaytor) 2:1. 19. (18:21) Lasch (Noreau, Andrighetto/Powerplaytor) 2:2. 19. (18:53) Phil Baltisberger (Wick) 2:3. 28. Hischier (Rajala, Forster) 3:3. 31. Hischier (Pouliot, Kreis) 4:3. 59. Andrighetto (Berni) 4:4 (ohne Torhüter). 63. Andrighetto (Lasch/Powerplaytor) 4:5. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Biel, 4mal 2 Minuten gegen ZSC Lions. - PostFinance-Topskorer: Cunti; Andrighetto.

Biel: Paupe; Kreis, Moser; Lindbohm, Rathgeb; Fey, Forster; Stampfli; Hischier, Pouliot, Rajala; Hofer, Komarek, Fuchs; Brunner, Cunti, Künzle; Kessler, Gustafsson, Hügli.

ZSC Lions: Waeber; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Morant, Noah Meier; Lasch, Sigrist, Andrighetto; Rautiainen, Krüger, Bodenmann; Riedi, Diem, Prassl; Wick, Schäppi, Pedretti.

Bemerkungen: Biel ohne Lindgren, Lüthi (beide verletzt), Tanner und van Pottelberghe (beide krank), ZSC Lions ohne Chris Baltisberger, Blindenbacher, Pettersson, Roe (alle verletzt) und Hollenstein (krank). ZSC Lions von 58:02 bis 58:12 ohne Torhüter.

Lugano - Genève-Servette 7:2 (3:1, 4:0, 0:1)

0 Zuschauer. - SR Stricker/Borga, Cattaneo/Stalder. - Tore: 1. (1:00) Bödker (Arcobello, Bürgler) 1:0. 7. (6:16) Lajunen (Heed, Walker) 2:0. 7. (6:41) Rod (Richard) 2:1. 17. Arcobello (Fazzini/Powerplaytor) 3:1. 22. (21:04) Bürgler 4:1. 22. (21:57) Fazzini (Bertaggia) 5:1. 32. Bödker (Bürgler, Arcobello) 6:1. 37. Fazzini 7:1. 48. Patry (Smirnovs, Mercier) 7:2. - Strafen: 5mal 2 plus 10 Minuten (Walker) gegen Lugano, 1mal 2 plus 10 Minuten (Fehr) gegen Genève-Servette. - PostFinance-Topskorer: Arcobello; Omark.

Lugano: Zurkirchen; Heed, Wellinger; Loeffel, Chiesa; Nodari, Wolf; Traber, Antonietti; Bürgler, Arcobello, Bödker; Walker, Lajunen, Suri; Fazzini, Sannitz, Bertaggia; Lammer, Romanenghi, Haussener.

Genève-Servette: Manzato (21. Descloux); Jacquemet, Tömmernes; Karrer, Le Coultre; Völlmin, Mercier; Guebey; Moy, Winnik, Omark; Rod, Richard, Vermin; Miranda, Fehr, Kast; Patry, Smirnovs, Berthon; Fritsche.

Bemerkungen: Lugano ohne Fadani, Herburger, Morini und Riva (alle verletzt), Genève-Servette ohne Maurer (verletzt).

Davos - Fribourg-Gottéron 5:2 (0:1, 1:0, 4:1)

1 Zuschauer. - SR Stolc/Hürlimann, Fuchs/Steenstra. - Tore: 16. Bykow (Jecker, Sutter) 0:1. 29. Ullström (Knak, Baumgartner/Powerplaytor) 1:1. 41. (40:42) Ullström (Marc Wieser) 2:1. 49. (48:51) Baumgartner (Marc Wieser, Nygren) 3:1. 50. (49:55) Nussbaumer (Marc Aeschlimann, Corvi) 4:1. 52. DiDomenico (Gunderson, Mottet/bei 5 gegen 3) 4:2. 55. Ullström (Marc Wieser, Baumgartner) 5:2. - Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten (Du Bois) gegen Davos, 4mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron. - PostFinance-Topskorer: Corvi; Mottet.

Davos: Sandro Aeschlimann; Nygren, Jung; Heinen, Guerra; Stoop, Barandun; Du Bois; Palushaj, Corvi, Nussbaumer; Marc Wieser, Ullström, Baumgartner; Kienzle, Egli, Knak; Ritzmann, Marc Aeschlimann, Canova.

Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Chavaillaz; Sutter, Furrer; Kamerzin, Jecker; Abplanalp; Bykow, Desharnais, Mottet; Sprunger, Schmid, DiDomenico; Rossi, Walser, Herren; Jobin, Bougro, Jörg; Schaller.

Bemerkungen: Davos ohne Ambühl, Frehner, Paschoud, Rubanik, Dino Wieser (alle verletzt), Herzog (gesperrt) und Turunen (krank), Fribourg-Gottéron ohne Brodin, Marchon und Stalberg (alle verletzt). Bei Freiburg Furrer verletzt ausgeschieden (59.).

Resultate:

Ambri-Piotta - Rapperswil-Jona Lakers 5:3 (1:0, 1:3, 3:0). Biel - ZSC Lions 4:5 (2:3, 2:0, 0:1, 0:1) n.V. Bern - Zug 4:5 (2:1, 0:2, 2:2). Lugano - Genève-Servette 7:2 (3:1, 4:0, 0:1). Davos - Fribourg-Gottéron 5:2 (0:1, 1:0, 4:1).

Rangliste: 1. Zug 40/92 (153:98). 2. ZSC Lions 41/76 (142:108). 3. Fribourg-Gottéron 41/74 (132:123). 4. Davos 42/65 (148:145). 5. Lugano 39/64 (110:102). 6. Genève-Servette 36/63 (125:96). 7. Lausanne 34/62 (108:75). 8. Biel 39/57 (112:114). 9. Rapperswil-Jona Lakers 42/42 (114:151). 10. Ambri-Piotta 38/40 (79:114). 11. Bern 34/34 (85:112). 12. SCL Tigers 40/30 (78:148).

Kommentieren

Kommentar senden