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Papst Franziskus eröffnet Weltsynode: Kein politischer Kongress

Papst Franziskus eröffnet Weltsynode: Kein politischer Kongress

Papst Franziskus hat die von ihm erdachte, zweijährige Weltsynode zur Reform der katholischen Kirche offiziell eröffnet.

Agentur
sda
10.10.21 - 15:35 Uhr
Politik
Papst Franziskus (l) spricht während eines Gottesdienst zur Eröffnung der zweijährige Weltsynode mit Guido Marini, Bischof von Tortona. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa
Papst Franziskus (l) spricht während eines Gottesdienst zur Eröffnung der zweijährige Weltsynode mit Guido Marini, Bischof von Tortona. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa
Keystone/AP/Gregorio Borgia

Bei einem Gottesdienst im Petersdom unterstrich der Pontifex am Sonntag vor Dutzenden Kardinälen, Bischöfen und Laien, dass die anstehende Phase vor allem den Gläubigen in den Ortskirchen und Diözesen auf der ganzen Welt gehöre. Diesen Christen wolle der Vatikan zuhören. «Die Synode ist keine kirchliche Convention, keine Studientagung oder ein politischer Prozess, sie ist kein Parlament», sagte Franziskus.

Der Papst fordert alle Gläubigen auf, aktiv bei der Gestaltung der Kirche mitzuarbeiten. Dabei sollten Christen aufeinander zugehen, alte Traditionen dürften keine Denkbarrieren sein. «Die Synode ist ein spiritueller Moment. Der Protagonist der Synode ist der Heilige Geist.»

Ausdrücklich hofft der Pontifex bei der Teilnahme an der Synode auch auf die «Frauen, die oft noch an den Rand gedrängt werden», wie er sagte. Franziskus hatte die Theologin Nathalie Becquart als erste Frau in der Geschichte der katholischen Kirche zur Untersekretärin mit Stimmrecht bei einer Bischofssynode gemacht. Die Hoffnungen von Reformern auch in Deutschland, dass Frauen bald zu Priesterinnen geweiht werden könnten, erscheinen Vatikan-Experten aber zu kühn.

Bei einer Konferenz der Weltbischöfe will Papst Franziskus im Herbst 2023 über neue Regeln innerhalb der Kirche beraten, die dann in einem Apostolischen Schreiben verankert werden. Dieses soll ein Leitfaden sein für Reformen in der Kirche, an denen sich dann alle Gemeinden auf der Welt orientieren können. Zur Vorbereitung werden zunächst bis April 2022 die Gläubigen über den Zustand der Kirche angehört.

Der Papst nennt das «Phase des Zuhörens und der Konsultation» und lädt auch Laien dazu ein. Danach sollen die Eindrücke auf regionaler und kontinentaler Ebene sowie im Vatikan debattiert und konkrete Vorschläge sowie Ideen für die Bischofssynode 2023 erarbeitet werden.

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