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Glarus fordert konkrete Richtwerte für die Zukunft mit Covid-19

Glarus fordert konkrete Richtwerte für die Zukunft mit Covid-19

Der Kanton Glarus verlangt vom Bundesrat klare Kriterien und Richtwerte bezüglich der Zertifikatspflicht. Ebenso hält er mobile Beratungs- und Impfstellen im Glarnerland für überflüssig.

Südostschweiz
05.10.21 - 17:45 Uhr
Politik
Wie lange soll noch kontrolliert werden? Zugang zu einer Grossveranstaltung erhält derzeit nur, wer das Covid-Zertifikat und seinen Ausweis vorzeigt.
Bild Ennio Leanza/Keystone

Er sei mit der Verlängerung von einzelnen Bestimmungen im Covid-19-Gesetz grundsätzlich einverstanden, schreibt der Glarner Regierungsrat am Dienstag in einer Mitteilung. Allerdings bemängelt er, dass es derzeit keine klaren Kriterien und Richtwerte gebe, die für die Einführung und Aufhebung der erweiterten Zertifikatspflicht sprechen würden. Weiter würden auch in der Normalisierungsphase Kapazitätsbeschränkungen gelten, obwohl der impfwillige Teil der erwachsenen Bevölkerung ausreichend geimpft sei.

Wie der Mitteilung zu entnehmen ist, beantragt der Kanton deshalb, sämtliche Bestimmungen lediglich bis zum 30. April 2022 zu verlängern. Ebenso schlägt er dem Bund vor, das Drei-Phasen-Modell zu überarbeiten und bei den Kantonen in Konsultation zu geben.

Klare Ziele bei der Impfquote

Dass der Bund die Anstrengungen der Impfkampagne gegen das Coronavirus nochmals verstärken möchte, findet der Glarner Regierungsrat gut. Auch hier verlangt er vom Bundesrat aber klare Ziele, ab welcher Impfquote die Massnahmen aufgehoben werden können – gehts nach dem Regierungsrat, soll die ausgeweitete Zertifikatspflicht schliesslich so rasch wie möglich aufgehoben werden.

Keine mobilen Beratungs- und Impfstellen im Glarnerland

Mobile Angebote für Impfungen und Impfberatungen lehnt der Regierungsrat für das Glarnerland ab. Der grosse logistische und personelle Aufwand sei zu gross, zumal das kantonale Impfzentrum in Ennenda von überall im Kantonsgebiet gut und schnell erreichbar sei. Auch gegenüber individuellen Beratungsangeboten ist der Regierungsrat kritisch. Als Alternative schlage er eine Gratis-Impfberatung beim Hausarzt vor, heisst es weiter.

Unschweizerische Belohnung

Beratungsgutscheine findet der Regierungsrat nicht fair. Sie seien ungerecht gegenüber all jenen, die sich bereits hätten impfen lassen. Zudem sei eine Geldzahlung für einen Akt der Solidarität unschweizerisch. Wer sich impfen lasse, soll dies weiterhin frei von äusseren Zwängen und frei von finanziellen Anreizen tun. (sz)

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