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Ruhestand nach 50 Jahren am Herd

Ruhestand nach 50 Jahren am Herd

Ein Tausendsassa der Kochkunst verlässt die Davoser Kochbühne. Spitzenkoch Armin Amrein begibt sich in den verdienten Ruhestand. 

Südostschweiz
vor 2 Monaten in
Aus dem Leben
Armin Amrein war einer der ersten Fernsehköche des Landes und Spitzenkoch mit Leib und Seele. Pressebild

Im Herbst 2020 feierte Armin Amrein seinen 65. Geburtstag und so war eine letzte Wintersaison in seinem Restaurant «Glow» an der Promenade in Davos geplant, um sich von seinen zahlreichen Stammgästen und Freunden zu verabschieden. Allerdings habe die Pandemie dies verunmöglicht, heisst es in einer Mitteilung des Restaurants. Das Reservationsbuch sei zwar bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen, doch die Coronapandemie und die damit verbundenen Lockdown-Massnahmen für die Gastronomie hätten die Pläne des Spitzenkochs vereitelt. Die Möglichkeit einer erneuten Öffnung war erst weit nach dem Ende der Wintersaison gegeben und so musste Amrein ganz still und ohne persönlichen Gruss seinen Gästen «Auf Wiedersehen» sagen.

Fernsehkoch und Gastgeber der Royals

Nach der Lehre und einigen Saisons in Arosa, Davos, Zürich, Luzern und Engelberg führte der Weg des gebürtigen Luzerners ins 5-Sterne-Resort Bürgenstock, welchem er 32 Jahre lang treu blieb. Als Küchenchef im Restaurant «Le Club» wurde Amrein mit 17 Gault-Millau-Punkten und einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Nebst seiner Tätigkeit als Spitzenkoch sowie Prüfungsexperte, Kursleiter und Fachlehrer, schrieb Amrein verschiedene Kochbücher und wurde schweizweit bekannt als TV-Koch im «Coop Mittwoch-Studio», wo er 1993 seinen Einstand feierte. In seiner langen Laufbahn konnte Amrein immer wieder an verschiedensten Anlässen und für bekannte Persönlichkeiten sein Kochtalent unter Beweis stellen. Sei dies in der Verantwortung für die «Players Lounge» am ATP-Turnier «Kremlin Cup» in Moskau, oder aber – zusammen mit seiner Frau Corina – als Geschäftsführer des Relais & Châteaux Hotels Walserhof in Klosters, welches auch die englische Königsfamilie zu seinen Gästen zählen durfte. Und nicht zu vergessen natürlich die Einsätze während des WEF in Davos, wo er in seiner Zeit als Küchenchef in «Amrein's Seehofstübli» und danach im «Glow» berühmte Gäste kulinarisch verwöhnte.

Ganz fertig gekocht ist aber doch noch nicht

Amrein biete zukünftig sein Wissen und seine Erfahrung im Bereich «Consulting» an und stehe bei Gelegenheit als Gastkoch im Einsatz, heisst es weiter. So werde man seine Kreationen im Herbst am «Genuss Film Festival» in Zug und am «Excellence Gourmetfestival» geniessen können. Denn sein Lebensmotto – nach den Worten von der deutschen Dichterin Hildegard von Bingen – ändere auch mit 65 Jahren nicht: «Die beste Heilstätte der Welt, nebst Licht, Luft, Wasser und Erde, ist eine mit Verständnis, Sorgfalt und Liebe geführte Küche.» (mas)

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