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Diese Markennamen haben es in sich

Diese Markennamen haben es in sich

Wissen ist Macht – und manchmal einfach auch unglaublich unterhaltsam. In unserer Serie «SOwas!» liefern wir Euch regelmässig (un)nütze Erklärungen und Kuriositäten zum Staunen und Schmunzeln.

Anna
Panier
vor 1 Monat in
Aus dem Leben
In den Weiten des Internets findet man so ziemlich jede Geschichte eines Markennamens.
BILD: UNSPLASH / BEARBEITUNG: SUEDOSTSCHWEIZ.CH

Der perfekte Markenname sollte einzigartig sein und sich von möglicher Konkurrenz abheben. Zudem sollte er nicht allzu kompliziert sein, sodass sich die Menschen den Namen einfach einprägen können. Natürlich soll der Name auch eine reine positive Reaktion auslösen, das zumindest wünschen sich die Unternehmen hinter den Marken. 

In der grossen Welt der Markennamen gibt es so einige, die herausstechen – ob mit einer kuriosen Entstehungsgeschichte oder einer total schrägen Bedeutung. Wir haben in den Tiefen des Internets nach Markennamen gesucht, die es in sich haben und nehmen sie mit Euch zusammen genauer unter die Lupe.

Haribo 

Beginnen wir mit der Marke Haribo. Zugegeben, die Marke macht tatsächlich nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene froh, und das schon seit rund 100 Jahren. Mit dem Namen verbinden wir alle die bunten Gummibärchen und Co. Aber wisst Ihr, was hinter dem Markennamen steckt?

Aufgepasst: 1920 wurde die Firma Haribo von Johann «Hans» Riegel in das Bonner Handelsregister eingetragen. Und schon etwas aufgefallen? Tatsächlich leitet sich der Name aus den ersten beiden Buchstaben des Vor- und Nachnamens sowie den ersten beiden Buchstaben des Standorts her. 

Ray-Ban

Jetzt wird es modisch. Die Ray-Ban-Brille hat mittlerweile Kultstatus. So manches Sternchen am Promihimmel verlässt ohne Ihre «Ray-Ban» schon gar nicht mehr das Haus. Und auch wir Normalos setzen uns den Klassiker gerne aufs Näschen. Zwar nicht, um vor einem Blitzlichtgewitter geschützt zu sein, aber als Schutz vor der gelben Kugel am Himmel. Was steckt jetzt aber hinter dem kurzen Markennamen? Ray-Ban wurde in den 1930er-Jahren als Tochterfirma von Bausch und Lomb, ein Hersteller medizinisch-optischer Geräte, gegründet. Noch ein bisschen früher entwickelte sich der Flugverkehr bedeutend weiter.

Das Problem war nur, dass die Piloten zunehmend mit Kopfschmerzen und Übelkeit als Folgen der Lichteinwirkung litten. Also beauftragte der Generalleutnant John MacCready die Firma Bausch und Lomb mit der Entwicklung einer Fliegerbrille. Das erste Brillenmodell mit dem Namen «Anti-Glare» wurde 1936 verkauft. So weit so gut. Da jedoch der Name «Anti-Glare» als zu allgemein galt, entschied man sich für den Markennamen «Ray-Ban». Der Clou dahinter: Ray steht für Strahl und Ban für Sperre. Der Name hebt seitdem also hervor, dass diese Brillen die Lichteinwirkung blockieren und vor Sonnenstrahlen schützen. 

Spar

Spar ist eigentlich ein Zusammenschluss von verschiedenen Händlern zu einer Handelskette. Gegründet wurde Spar in den Niederlanden, weshalb Spar auch Spar heisst. Denn der Name leitet sich nicht etwa vom Wort «Sparen» ab, sondern von dem niederländischen Motto «Door Eendrachtig Samenwerken Profiteren Allen Regelmatig». Auf Deutsch bedeutet dies so viel wie: «Durch einträchtiges Zusammenarbeiten profitieren alle regelmässig.»

Da das Motto aber viel zu lange war, wir erinnern uns, ein Markenname sollte einfach einzuprägen sein, entschied man sich damals für die Abkürzung «De Spar». Wer aufgepasst hat, entdeckt die Buchstaben im Motto. «De Spar» bedeutet auf Niederländisch zudem die Tanne, welche noch heute im Spar-Logo zu sehen ist. 

Im Logo von Spar versteckt sich auch die Bedeutung des niederländischen Markennamens.
Pressebild/Spar Handels AG

Ricola

«Wer hat’s erfunden?» Der Werbeslogan des kleinen Kräuterbonbons «Ricola» ist weltbekannt, wie auch der Name selbst. 1930 gründete Emil Richterich in Laufen eine Confiseriefabrik und stellte zehn Jahre später zum ersten Mal den Kräuterzucker aus 13 Kräutern her.

Ob sich Richterich von dem Haribo-Gründer inspirieren liess? Denn wie auch Josef «Hans» Riegel liess sich der «Ricola»-Erfinder bei der Namensgebung von seinem eigenen Namen und dem Standort seiner Confiseriefabrik inspirieren. Also Richterich + Compagnie + Laufen = «Ricola». Klare Sache, oder?

Nivea

Ob Gesichtspflege, Haarprodukte, Deodorants, Handcremes, Seifen oder Duschgel. Die Liste der verschiedenen Produkte der Marke «Nivea» ist lang. Angefangen hat alles sage und schreibe vor rund 130 Jahren, im Jahr 1890. Der Apotheker Oscar Troplowitz kaufte das Unternehmen Beiersdorf, welches bis dahin hauptsächlich medizinische Pflaster herstellte. 1911 wurde die erste Nivea-Creme an Apotheken und Drogerien verkauft, damals noch in einer gelben Dose.

Ein paar Jahre später erhielt die Nivea-Creme-Dose Ihr typisches Blau. Der Name blieb bis heute gleich und das aus gutem Grund. Troplowitz leitete den Markennamen von der weiblichen Form des lateinischen Adjektivs «niveus» ab. Hört sich schon ziemlich ähnlich an oder? Auf Deutsch bedeutet das Adjektiv so viel wie schneeweiss. Und Nivea bedeutet «Die Schneeweisse». Jetzt macht alles Sinn oder?

Die Entwicklung der Nivea-Creme, der Name blieb seit der ersten Creme 1911 gleich.
PRESSEBILD

Vileda

In der Welt des Putzens ist diese Marke eine ganz grosse Nummer. Seit 1948 entwickelt Vileda immer wieder neue Produkte und Materialien. Besonders bekannt dürfte das Vileda-Fenstertuch sein. Seine Entstehungsgeschichte geht auf die Beobachtungen zweier schlauer Personen zurück. Die späteren Putzhelden bemerkten nämlich, dass die Putzkräfte zu dieser Zeit die Reste von Vliesstoffen fürs Saubermachen benutzten. Diese Idee wurde weiterentwickelt und das Vileda-Fenstertuch war geboren.

Bevor wir die Fakten zum Markennamen erklären, müsst Ihr aber noch wissen, dass Vliesstoffe damals als Trägermaterial für später gefertigtes Kunstleder entwickelt wurden. Das Vileda-Fenstertuch, welches aus Vliesstoff besteht, erinnert demnach an was? Richtig getippt. Es erinnert an Leder. Der Name Vileda ist ganz einfach eine Abwandlung von «wie Leder». So auffällig und doch so unauffällig. Einmal durchatmen und zur letzten Marke.

Lego

Hand aufs Herz oder in diesem Fall auf den Legostein. Wie haben wir uns doch alle als Kinder gefreut, wenn wir mit neuen Legosteinen beschenkt wurden. Heute gibt es die verschiedenesten Produkte von dem Harry-Potter-Bausatz über Lego-Friends, Autos und Flugzeuge bis hin zu dem Kolosseum aus Legosteinen. Solange man nicht ungewollt draufsteht, lässt es sich mit den kleinen bunten Legosteinen gut spielen, das wusste der dänische Hersteller schon bei seiner Firmengründung 1932.

Der Gründer von Lego, Ole Kirk Christiansen, erfand den Namen «Lego» als Abkürzung für «leg godt», dänisch für «spiel gut». Auch hier könnte der Name wohl kaum passender sein oder? Übrigens gibt es auch die Theorie, dass der Markennamen vom lateinischen «lego», also «ich lese oder ich sammle» abstammt. Diese Vermutung streitet der Hersteller aber ab. 

Was stellen wir nun fest? Braucht man einen guten Namen und passenden Standort, damit die jeweiligen Anfangsbuchstaben den Markennamen aller Markennamen ergibt? Vielleicht. Sollten wir bei der Markennamensgebung zu einer Fremdsprache greifen? Vielleicht. Sollte der Markennamen zu den Produkten passen? Auf jeden Fall. Ist es mit dem Markennamen alleine getan? Auf keinen Fall – SOwas!

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Die Putzutensilien von HaRa wurden nach dem Erfinder HAns RAb benannt.

Hoval (Heiz-und Lüftungstechnik) ist auch eine Abkürzung. Hoval“: Der Name steht für Heizapparatebau Ospelt, Vaduz, Liechtenstein.