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Ein schönes Jahr mit einem tragischen Ende

Ein schönes Jahr mit einem tragischen Ende

Margaretha Mossoni hat im Sommer als Fachfrau Gesundheit mit der Note 5,7 abgeschlossen. Und das mit 58 Jahren. Eigentlich war 2020 für die Molliserin trotz der Corona-Pandemie ein schönes Jahr, im Dezember erlitt sie aber einen schweren Schicksalsschlag.

Paul
Hösli
vor 9 Monaten in
Aus dem Leben
Fleissig: Margrit Mossoni hat im Sommer die Weiterbildung zur Fachfrau Gesundheit bravourös beendet. Bild Sasi Subramaniam

Menschen in der Pflege sind dieses Jahr besonders gefordert. Bis zum Rande der Erschöpfung kämpften und kämpfen sie um das Leben der Corona-Erkrankten. Weltweit wurde dem Pflegepersonal daher mit öffentlichem Applaus gedankt. Die Nominierung von Margaretha Mossoni soll daher auch ein Dankeschön an alle Personen sein, die im Pflegebereich tätig sind. Mossoni selber ist bereits seit 40 Jahren Pflegerin. In diesem Sommer hat sie die Weiterbildung zur Fachfrau Gesundheit abgeschlossen – mit der Glanznote 5,7. Und dies als beste ihrer neunköpfigen Klasse, mit 58 Jahren notabene. «Das viele Lernen hat sich gelohnt», sagte sie Ende Juni. Auch wenn das Lernen altersbedingt sehr streng gewesen sei, ergänzte sie. «Es gab Zeiten, da musste ich kämpfen und stiess an meine Grenzen», so Mossoni, die alle Margrit nennen.

Dennoch habe ihr die zweijährige berufsbegleitende Ausbildung grossen Spass bereitet. «Ich will eine gute Berufsfrau sein. Ein Vorbild, fachlich und mit Herz, und ich will weiterhin meine Empathie reinbringen, trotz des neugewonnenen Fachwissens. Das ist das Wichtigste», sagte Mossoni.

Mit dem Virus infiziert

Mossoni arbeitete in der Kleinwohngruppe Oberurnen, bis diese Ende Oktober ihre Türen schloss. Sie fand schnell eine neue Stelle im Salem in Ennenda, so richtig glücklich sei sie dort aber nicht gewesen. So nahm sie das Angebot des Altersheims Mollis dankend an und wechselte nach drei Wochen in Ennenda in ihr Heimatdorf. Das Jahr 2020 war für Mossoni trotz des Rückschlags mit dem Stellenwechsel und der Corona-Pandemie ein schönes, wie sie festhält.

Bis Margrit Mossoni im Dezember einen schweren Schicksalsschlag erlitt. Ihr Mann starb 77-jährig am Coronavirus. «Er war kerngesund und ohne Vorerkrankungen. Ich infizierte mich ebenfalls, zeigte aber nur milde Symptome wie Müdigkeit und Kopfschmerzen.» Freud und Leid würden so nahe beieinander liegen, führt Mossoni weiter aus. «Es geht mir grundsätzlich gut, auch wenn ich in gewissen Momenten traurig bin.» Trost spenden ihr Besuche von Freunden und die drei Kinder ihres verstorbenen Mannes. «Wir hatten wunderschöne 42 Jahre, und der Abschied stimmte, das spendet ebenfalls Trost.» Auch ein Brief ihres Hausarztes habe sie sehr gefreut. Darin hat dieser ihren Mann in den höchsten Tönen im Umgang mit der heimtückischen Krankheit gelobt. «Mein Mann hat auf sämtliche lebenserhaltenden Massnahmen verzichtet, er wollte das so. Das muss man akzeptieren», so Margrit Mossoni.

Die Nominierung zum «Glarner des Jahres» sei für sie in dieser nicht einfachen Zeit ein grosser Aufsteller, sagt Mossoni. «Ich bin sehr überrascht. Damit hätte ich nie gerechnet, und ich nehme die Nomination gerne an.»

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